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Biogasanlage  in
Pomerode (SC), Brasilien
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15.09.2014

ARCHEA aus Hess. Oldendorf „tropikalisiert“ Biogasanlage im südbrasilianischen Pomerode

Pomerode (Santa Catarina), 15. September 2014 – In der südbrasilianischen Stadt Pomerode (Bundesstaat Santa Catarina) ist am 8. September 2014 (Ortszeit) eine hochmoderne Biogasanlage durch Oliver Nacke Geschäftsführer der ARCHEA Biogastechnologie GmbH aus Hess.Oldendorf offiziell an den örtlichen Betreiber übergeben worden. Das Motto auf dem Bauschild lautete übersetzt „Für eine saubere und sichere Zukunft“ – ergänzt durch die Worte „tropicalizando tecnologia alemã“. Die Anlage ist ein Gemeinschaftsprojekt von deutschen und brasilianischen Partnern und die erste ihrer Art in Brasilien, bei der deutsche Umwelttechnologie auf die spezifischen Verhältnisse des tropischen Landes angepasst wurde.
 
Oliver Nacke, Geschäftsführer der ARCHEA Biogastechnologie GmbH aus Hess. Oldendorf: „Ein besonderer Tag für mich. Vier Jahre Entwicklungsarbeit und über 20 Reisen nach Brasilien wurden heute belohnt. Das Gesamtkonzept ist einmalig. Die bisher in offenen Erdbecken gelagerte Schweinegülle wird mit der Biogasanlage über einer Druckwasserwäsche in Erdgas und mit einer Trocknungsanlage und aeroben Nachrotte in festen Dünger umgewandelt. Der Dünger wird direkt von der Anlage vermarktet. Die Nachfrage ist sehr groß, da Brasilien über keinen „Mutterboden“ wie bei uns in Deutschland verfügt. Nach Abschluss des Probebetriebes und voller Leistung wird die Leistung auf 1 Mio. m³ Erdgas gesteigert und als Treibstoff durch den Gasversorger von Santa Catarina SCGAS aus Florianopolis an Tankstellen vermarktet. Der Transport erfolgt über vorhandene Tankfahrzeuge, da kein Erdgasnetz vorhanden ist. Das Erdgas aus Pomerode ersetzt Gas das bisher aus Bolivien kam und die Preise in den letzten Jahren sehr stark angestiegen sind. Brasilien bezieht 80% des Erdgasbedarfs von Bolivien. Dabei könnten sie sich durch Biogas/Erdgas aus Abfällen selbstversorgen und wären unabhängig.

Aus Bückeburg hat sich die Biogaspark Deutschland GmbH wesentlich an der Anlage beteiligt. Die Biogaspark Deutschland betreibt z. Zt. 24 Biogasanlagen in Deutschland und wird sich in Brasilien weiter engagieren.

Hans Prayon, Vorsitzender der Aufsichtsrates der deutsch-brasilianischen Eco Conceitos S.A. group:
„Diese Anlage soll als Beispiel über Santa Catarina hinaus wirken. Zwar gibt es in Brasilien bereits Hunderte einfacher Biogasanlagen nach dem Tunnelmodell, doch nur die wenigsten davon funktionieren stabil über einen längeren Zeitraum. Wir wollen mit dieser anders konzipierten Anlage zeigen, dass dies machbar ist. Natürliche Ressourcen sind die Grundlage für die Produktion von Gas, Elektrizität und organischem Dünger. Im Grunde hilft uns die modernste Technologie dabei, zurück zur Natur zu finden.“ Zur Eco Conceitos S.A. group mit Sitz in Pomerode gehören Archea do Brasil Ltda. als Technologiepartner und BiogasPomerode Ltda. als Betreiber. Kooperationspartner auf deutscher Seite sind die MVV decon GmbH (Mannheim) und das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland e.V. (WWZ – BD) mit Sitz in Berlin. Die privat finanzierte Anlage ist Bestandteil eines Projekts, das durch das Bundesumweltministerium und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) gefördert wurde.

Wirtschaftliche Lösungen für Umweltprobleme


Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident  des WWZ – BD e.V., sieht das Projekt in Pomerode als industrielle Musteranlage. „Santa Catarina ist Brasiliens größter Schweineproduzent und Schweinegülle eines der größten Umweltprobleme des Landes. In Pomerode zeigen wir, dass es für dieses Problem auch wirtschaftliche Lösungen gibt.“ Das WWZ – BD hatte eine Wirtschaftlichkeitsanalyse in Auftrag gegeben, die Genehmigungsverfahren begleitet und den Technologietransfer unterstützt. Hans-Dieter Beuthan: „Dabei haben wir festgestellt, dass Brasilien bereits über eine moderne Umweltgesetzgebung verfügt. Nachholbedarf gibt es vor allem bei der Umsetzung in den Kommunen. Deshalb kommt es für uns auch nicht überraschend, dass das Interesse an unserer Anlage bereits vor dem offiziellen Start enorm groß ist.“

Großes Potential für Biogas in Brasilien


Zur Stromgewinnung wird Biogas in Brasilien bisher nur in einigen Pilotprojekten – vor allem auf Mülldeponien – verwendet. Nach Angaben der brasilianischen Stromregulierungs-behörde ANEEL stammen derzeit lediglich 0,06 Prozent des produzierten Stroms aus Biogas. Große Potentiale ergeben sich für Biogas durch die Gesetzgebung zur Behandlung von Abfällen aus dem Jahr 2010, schätzt die Deutsch-Brasilianische Industrie und Handelskammer in São Paulo ein. So ist im Nationalen Plan für Abfallmanagement (PNRS) vorgesehen, dass die Kommunen bis Ende 2014 alle offenen Müllhalden schließen sowie alle Abfälle behandeln, verwerten oder auf adäquaten Deponien lagern müssen. Energetisch wirtschaftlich verwertbare Stoffe sollen entsprechend genutzt werden. Allerdings verfügen bisher weniger als die Hälfte aller Kommunen über solche Anlagen, woraus sich ein enormes Potential für neue Projekte mit Biogasgewinnung ergibt. Das Biogas-Potenzial aus Abwässern und organischen Abfällen wird in Brasilien auf rund 50 Millionen Kubikmeter Methan pro Tag oder etwa 3.400 Megawatt unerschlossener Kapazität geschätzt.

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